“Das Leben beginnt am Ende Deiner Komfortzone. ”

Autor unbekannt, tausendfach auf Memes zitiert

 

Raus aus der Komfortzone | Den Sweetspot zwischen Komfort und Stress finden

Wer kennt sie nicht, diese inspirierenden Sprüche und Memes, die uns aufzeigen, dass wir in unserem Leben etwas verpassen, wenn wir nicht aktiv werden und uns bewegen. Doch so leicht sich ein solcher Spruch liest, umso schwerer ist es, effektiv einen entscheidenden und definierenden Schritt in seinem Leben zu tätigen. Was hat es genau mit dieser Zone auf sich, in der man zwar bequem lebt, jedoch scheinbar ein Vielfaches seines Potentials im komfortablen Winterschlaf beruhen lässt?

 

Kennst Du Deine persönliche Komfortzone?

Als Komfortzone versteht man einen Zustand, in welchem angenehme und vertraute Umstände herrschen. Ursprünglich verwendete man den Begriff im Zusammenhang mit der Wohnsituation eines Menschen. So fühlt sich der Durchschnittsmensch bei einer Zimmertemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius gerade wohl, oder eben komfortabel.

Psychologisch gesehen beschreibt die Komfortzone einen Geisteszustand, in welchem man sich sicher fühlt und frei von Stress oder Angst ist. So fällt es uns um ein vieles einfacher zu beschreiben, was eben nicht unsere Komfortzone ist.

Kennst Du Deine persönliche Komfortzone? In welchen Bereichen Deines Lebens bist Du komfortabel im Autopiloten unterwegs? Oder anders gefragt: In welchen Bereichen Deines Lebens möchtest Du mehr erreichen, müsstest aber im Gegenzug Stress, Angst oder anderen Diskomfort in Kauf nehmen?

Warum ist es so schwer, die Komfortzone zu verlassen?

Die Komfortzone eines Menschen beinhaltet alle Aspekte des Lebens, an die man sich gewöhnt hat und in denen man sich sicher fühlt: Gewohnheiten, Arbeitsplatz, Freunde, Denkmuster, Träume, Ziele, Hobbies, etc.

Sichere Verhaltensmuster aufzugeben bedeutet, sich Stress und Ängsten auszusetzen. Warum soll man einen angenehmen Zustand opfern und gegen Ungewissheit und Unsicherheit austauschen? Aus meinen Gesprächen mit Coachees und Berufskollegen höre ich immer wieder folgende hemmenden Aussagen und Denkmuster:

  • Ich habe Angst, einen Fehler zu begehen und etwas zu verlieren
  • Ich gehe einfach nicht gerne Risiken ein
  • Ich möchte mich nicht blamieren
  • Ich möchte zwar eine Veränderung, aber bitte ohne Risiko und Schmerz

“Discomfort may be a doorway; don’t run from it.”

Joseph Deitch

 

Was bringt es überhaupt, die Komfortzone zu verlassen?

Muss man stets seine Komfortzone verlassen, um ein erfülltes Leben zu führen? Eine solch pauschale Frage kann man nur mit einem Satz einleitend beantworten: Es kommt darauf an!

Es kommt darauf an, welchen Bereich seines Lebens man betrachtet, wie sich die aktuelle Situation in diesem Bereich stellt, und welche Wünsche und Ambitionen man in sich trägt. Ein blinder Zwang zur persönlichen Selbstoptimierung bringt einem in den seltensten Fällen konstruktiv weiter.

Persönlich sehe ich es jedoch als problematisch, wenn man seine Komfortzone nie verlässt, und sich so in seinem Leben und in seinen Potentialen einschränkt. Probiert man nie etwas Neues aus, oder lässt alle Gelegenheiten und Chancen an sich vorbeiziehen, so bleibt man stets im abgesteckten Wohlfühlbereich.

Was kann man also erwarten, wenn man den persönlichen Wohlfühlbereich verlässt?

1. Man entwickelt sich weiter

Ausserhalb der Komfortzone besteht die Möglichkeit, Neues auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Mit jedem Schritt aus der Komfortzone verschiebt man die selbstauferlegten Grenzen, und entwickelt sich weiter. Selbstredend, nicht jede Erfahrung ist immer positiv. Aber selbst dann wächst man auf persönlicher Ebene und das Leben wird reicher und gewinnt an Tiefe.

2. Man erlebt ein grösseres Emotionenspektrum

So furchtbar die ersten Schritte aus dem Wohlfühlbereich sind, umso mehr wird man in der Regel für das Überwinden belohnt. Neue Dinge auszuprobieren, die einem vielleicht sogar Angst machten, fördern die eigene Neugier, Freude, und machen zuletzt auch stolz. Meistert man Herausforderungen, so geht man selbstbewusster und zuversichtlicher durch das Leben.

3. Selbstbestimmt statt fremdbestimmt leben

Oft halten uns festgefahrene Glaubenssätze, Denkmuster und Erwartungen unserer Mitmenschen in der Komfortzone. Folgt man diesen Stimmen, so gibt man die Verantwortung für sein Leben in fremde Hände.

Wagt man den Sprung aus der Komfortzone, so entscheidet man sich gleichzeitig für den ersten Schritt in ein selbstbestimmtes Leben.

Eine Komfortzone zu haben ist somit kein Problem – eine Wand darum zu bauen jedoch schon.

Komfort oder Stress – Wo liegt der Sweetspot?

Ein Zustand von Komfort liefert in der Regel eine stabile und beständige Leistung. Als aktiver Sportler kenne ich dies nur zu gut. Trainiere ich in einem tiefen Anstrengungsbereich, so halte ich in der Regel meine Leistung und Muskelmasse konstant. Wird der Stresslevel, also in meinem Beispiel die Trainingsintensität erhöht, so wird es zwar gefühlt unangenehmer, jedoch erhöht sich auch die Leistung. Spitze ich das Beispiel zu, so führt ein übertriebenes Training wiederum zu einer fallenden Leistung durch mögliche Verletzungen und Überbelastungen.

Die Herausforderung besteht also darin, den optimalen Level zu finden, zwischen «Stress» und «Leistung». Vereinfacht gesagt kann man sich also in drei Zonen bewegen:

Das Gegenspektrum der Komfortzone ist die Gefahrenzone. Persönliches Wachstum geschieht in der Mitte: Der Lernzone.

Wie gelangt man in diese produktive Zone? Die beste Voraussetzung für das Erweitern oder Verlassen der Komfortzone ist nicht etwa Mut, sondern Neugier.

“There are risks and costs to action. But they are far less than the long-range risks of comfortable inaction.”

John F. Kennedy

 

Tipps & Methoden für das Verlassen der Komfortzone

Einfach loslegen – den ersten Schritt tun

Neue Wege begeht man, indem man den ersten Schritt setzt. Doch genau dieser erste Schritt ist oftmals die grösste Hürde. Wenn man die Komfortzone verlassen will, so macht sich ein ungutes Gefühl breit. Sei es ein flaues Gefühl im Magen, weiche Knie, oder eine andere körperliche oder mentale Reaktion – genau dieses Gefühl muss man annehmen und sich bewusst machen, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass man genau auf dem richtigen Weg ist.

Man kann sich dies mit dem Fallschirmsprung aus einem Flugzeug vorstellen. Dieses extreme Beispiel für das Verlassen einer Komfortzone macht es sehr deutlich: Der gesamte Körper und Geist wehren sich gegen den Sprung. Doch genau dieser Moment des Springens oder Nichtspringens ist entscheidend. Das Schöne ist, man kann solche Momente trainieren. Eine effektive Methode, die hier hilft, ist die 5 Sekunden-Regel von Mel Robbins:

Zögerst Du? So nimm all Deine Willenskraft, zähle von 5 runter, und dann: Augen zu und durch!

Prüfe Deine Motivation – Wunsch oder Wille?

Wir alle haben Träume und Wünsche. So wäre doch jeder von uns gerne reich oder hätte einen athletischen Körper. Doch steckt hinter dem Wunsch auch der Wille, alles Notwendige zu tun, um diesen zur Realität werden zu lassen? Bist Du bereit, 80 Stunden pro Woche zu arbeiten, oder fünf knallharte Trainingseinheiten pro Woche zu absolvieren? Genau hier trennen sich Wunsch und Wille.

Eine starke Motivation ist die beste Triebfeder für den Schritt aus der Komfortzone. Prüfe somit Deine Motivation. Bist Du bereit, Deinem Wunsch auch den Willen und die entsprechenden Handlungen folgen zu lassen?

Eine entlarvende Methode ist, eine schriftliche Top Ten der persönlichen Ausreden zu erstellen. Analysiere dann sauber: Was steckt hinter Deinen Ausreden? Fordere Dich selbst heraus, und frag Dich selbst, ob Du den Willen hast, Deine Ausreden für die Erreichung Deines Ziels hinter Dir zu lassen.

Nicht immer steckt jedoch hinter einem nicht erfüllten Wunsch ein zu schwacher Wille. Was macht den Schritt so schwer? Welche hemmenden Glaubenssätze, Blockaden oder Denkmuster stecken unter Umständen dahinter? In diesem Fall kann eine vertiefte persönliche Reflexion oder ein Coachinggespräch weiterhelfen.

Übe den Schritt aus der Komfortzone – Brich Deine Routinen!

Die Komfortzone zu verlassen kann man üben. Hat man erst mal verinnerlicht, den entscheidenden Schritt zu gehen, so fällt der nächste Schritt oft sehr viel leichter. Doch wie kann man dieses Verhalten trainieren? Versuche folgende einfache Methoden dazu:

  1. Nimm einen anderen Weg nach Hause
  2. Begib Dich in eine neue Umgebung
  3. Nimm für einmal nicht die sichere/bekannte Variante
  4. Sprich eine fremde Person an
  5. Nimm eine kalte Dusche
  6. Geh vor die Kamera und nimm ein Video von Dir auf, welches Du dann auf Social Media publizierst

 Mach Deine Absicht verbindlich

Eine effektive Methode zum Verlassen der Komfortzone ist, seine Absicht verbindlich zu machen. Dabei gibt es verschiedene Formen und Grade des sogenannten Commitments:

  • Mit Dir selbst:

Führe ein erstes Gedankenspiel durch wie es wäre, den ersten Schritt zu tätigen. Warum möchtest Du dies genau? Was erwartet Dich, wenn Du Dein Ziel erreicht hast?

  • Sprich mit Freunden darüber:

Dies ist ebenfalls eine sichere Variante, ein Commitment zu schaffen. Offenbare Dich einem Freund/einer Freundin. Verpflichte Dich, indem Du eine zeitliche Aussage machst: «Bis dann werde ich einen Schritt weiter sein.»

  • Sprich mit anderen Menschen darüber:

Etwas schwieriger ist es, sein Vorhaben mit «neutralen» Menschen zu teilen. Hier können Bekannte, Berater oder Coaches zur Seite stehen und eine Aussenmeinung einbringen.

Der magische Moment des ersten Schritts

Wann hast Du das letzte Mal in Deinem Leben etwas Neues angefangen oder etwas zum ersten Mal ausprobiert? Der Schritt aus der Komfortzone, hin zu etwas Neuem, ist oftmals ein schwieriger Gang. Doch genau diese Momente tragen etwas ganz Besonderes in sich. Aus der unsicheren Schwebe des Unbekannten formieren sich neue Gedanken, Gefühle und Realitäten.

Wie der effektive Schritt aus der Komfortzone aussieht, ist natürlich so individuell wie die Ziele und Wünsche eines jeden Menschen. Das Bewusstsein, dass es eben auf die kleinen Schritte ankommt, ist essenziell in zweifacher Hinsicht:

Kleine Schritte sind einfacher zu meistern und sind dennoch die Initialzündung zum Weiterkommen. Zudem sichern einem kleine Steps davor ab, direkt in der Gefahrenzone, und damit in einer Überforderung zu landen.

Welche Schritte hast Du getätigt, um aus Deiner Komfortzone zu kommen? Und wo liegt Dein persönlicher Sweetspot zwischen Komfort und Stress?

Ich bin gespannt auf Eure Feedbacks.

 

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